Zum Inhalt springen
Zurück zum Blog
Allgemein
·Rouwen Behncke
6 Min.

KI-Kennzeichnungspflicht ab 2. August 2026 - was Firmen tun müssen

Ab dem 2. August 2026 verlangt der EU AI Act, dass mit KI erzeugte Inhalte gekennzeichnet werden. Wer also ChatGPT, Copilot und ähnliche Werkzeuge im Marketing oder Kundenservice nutzt, muss das kenntlich machen. Dieser Beitrag erklärt die neue Transparenzpflicht und fasst sie als einfache Checkliste zusammen.

KI-Kennzeichnungspflicht ab 2. August 2026 - was Firmen tun müssen

Das Wichtigste in Kürze

Am 2. August 2026 tritt eine zentrale Stufe des EU AI Act in Kraft: die Transparenzpflicht (Artikel 50). Ab dann müssen Unternehmen in vielen Fällen kennzeichnen - wenn Inhalte von künstlicher Intelligenz stammen oder Menschen mit einer KI sprechen. Das betrifft vor allem Chatbots sowie KI-generierte Bilder - Audios und Videos. Der AI Act gilt für alle Unternehmen - die KI im EU-Markt nutzen oder anbieten - unabhängig von der Größe.

Wichtig: Der sogenannte Digital Omnibus (politische Einigung im Mai 2026) verschiebt einige Fristen für Hochrisiko-KI nach hinten - die Transparenzpflicht zum 2. August 2026 bleibt davon aber unberührt. Wer also nur einen Service-Chatbot betreibt oder ChatGPT fürs Marketing nutzt - ist betroffen. Die Umsetzung ist überschaubar - wenn man weiß - worauf es ankommt.

Was sich am 2. August ändert

Ab diesem Stichtag müssen Menschen erkennen können - wenn sie es mit einer KI zu tun haben. Konkret heißt das: Ein Chatbot muss sich als solcher zu erkennen geben - und KI-erzeugte Medien (Bilder - Audio - Video - Deepfakes) müssen gekennzeichnet werden. Für die maschinenlesbare Kennzeichnung gilt eine Übergangsfrist bis Dezember 2026.

Wer ist betroffen - mit Beispielen

Betroffen ist nicht nur - wer KI entwickelt - sondern auch - wer sie einsetzt. Typische Fälle im Mittelstand:

  • Service-Chatbot auf der Website → muss als KI erkennbar sein.
  • KI-generierte Bilder in Werbung oder Social Media → kennzeichnen.
  • KI-Stimmen oder -Videos in Marketing oder Schulung → kennzeichnen.
  • KI-Texte → in bestimmten Fällen (z. B. Inhalte von öffentlichem Interesse) kennzeichnungspflichtig.

4 Schritte - die ihr jetzt gehen solltet

  1. KI-Inventar erstellen: Wo im Unternehmen wird heute KI eingesetzt - auch inoffiziell durch einzelne Mitarbeitende?
  2. Systeme einordnen: Welche dieser Anwendungen fallen unter die Transparenzpflicht?
  3. Kennzeichnung umsetzen: Chatbots als KI ausweisen - KI-Medien klar markieren.
  4. Kompetenz aufbauen: Kurze Einweisung der Mitarbeitenden - damit Regeln im Alltag eingehalten werden.

Checkliste: KI-Transparenz bis August 2026

  • ☐ Vollständiges KI-Inventar erstellt
  • ☐ Chatbots kennzeichnen sich als KI
  • ☐ KI-generierte Bilder/Audio/Video markiert
  • ☐ Verantwortliche Person für KI-Themen benannt
  • ☐ Mitarbeitende kurz eingewiesen

Häufige Fragen zur KI-Kennzeichnung (FAQ)

Gilt das auch für kleine Unternehmen?

Ja. Der AI Act knüpft an die Nutzung - nicht an die Unternehmensgröße. Auch ein kleiner Betrieb mit Service-Chatbot ist betroffen.

Muss ich jeden mit KI geschriebenen Text kennzeichnen?

Nicht jeden. Für reine KI-Texte gilt die Pflicht vor allem bei Inhalten von öffentlichem Interesse. Bilder - Audio und Video sind strenger geregelt.

Verschiebt der Digital Omnibus diese Frist?

Nein. Verschoben werden Fristen für Hochrisiko-KI. Die Transparenzpflicht zum 2. August 2026 bleibt bestehen.

Wo fange ich am besten an?

Mit dem KI-Inventar. Ohne den Überblick - wo überall KI im Einsatz ist - lässt sich keine Pflicht sauber erfüllen.

Fazit

Die KI-Transparenzpflicht ab 2. August 2026 betrifft praktisch jedes Unternehmen - das KI im Kundenkontakt oder Marketing nutzt. Mit einem KI-Inventar und klarer Kennzeichnung ist sie ohne großen Aufwand zu erfüllen - wer jetzt startet - ist rechtzeitig fertig.

Wir bringen euch durch KI-Inventar - Einordnung und Kennzeichnung rechtssicher zum Stichtag - mehr dazu auf IT-Compliance & NIS2.

Quellen

Fragen zu diesem Thema?

Wir beraten dich gerne, kostenlos und unverbindlich. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir dein Unternehmen schützen können.

Baltaris - Einfach. Sicher. Eure IT.
    RB

    Rouwen Behncke

    Geschäftsführer, Baltaris GmbH

    LinkedIn-Profil