Lenovo ThinkSystem Broadcom 5719 1GbE RJ45 4-Port OCP Netzwerkadapter – Vier Gigabit-Ports im OCP-Formfaktor für ThinkSystem-Server Der Lenovo ThinkSystem Broadcom 5719 1GbE RJ45 4-Port OCP Ethernet Adapter (Herstellernummer: 4XC7A08235) ist ein serverinterner Netzwerkadapter im Open Compute Project (OCP) Mezzanine-Formfaktor, der speziell für Lenovos ThinkSystem- und ThinkAgile-Serverplattformen entwickelt wurde. Er stellt vier vollwertige Gigabit-Ethernet-Ports über RJ-45-Buchsen bereit und eignet sich damit für Rechenzentrumsumgebungen, in denen zuverlässige 1-GbE-Konnektivität bei platzsparendem Einbau gefragt ist. Der integrierte Broadcom-BCM5719-Controller ist in der Branche für seine Stabilität und Treiberverfügbarkeit bekannt. Besonders für Administratoren, die ThinkSystem SR630 V3, SR650 V3 oder ThinkAgile VX-Systeme betreiben, ist dieser Adapter eine geprüfte und validierte Erweiterungsoption. Controller-Architektur: Was steckt im Broadcom BCM5719? Das Herzstück des Adapters ist der Broadcom BCM5719 , ein etablierter 4-Port-Gigabit-Ethernet-Controller, der seit Jahren in Enterprise-Servern zum Einsatz kommt. Broadcom gehört zu den führenden Anbietern von Netzwerk-Silizium für den Rechenzentrumsbereich, und der BCM5719 ist ein bewährtes Design, das sich durch breite Treiberunterstützung unter Linux (tg3-Treiber), VMware ESXi sowie Windows Server auszeichnet – auch wenn spezifische Treiberversionen stets beim Hersteller geprüft werden sollten. Der Controller unterstützt alle drei gängigen Ethernet-Standards der Gigabit-Generation: 10Base-T, 100Base-TX und 1000Base-T . Das bedeutet, der Adapter verhandelt die Verbindungsgeschwindigkeit automatisch mit dem angeschlossenen Switch – ein Vorteil in gemischten Infrastrukturen, wo nicht alle Switch-Ports mit identischer Geschwindigkeit betrieben werden. Die maximale Übertragungsrate liegt bei 1 Gbps pro Port , also 4 Gbps aggregiert über alle vier Ports bei gleichzeitiger Nutzung. Für den Betrieb in virtualisierten Umgebungen relevant ist die Unterstützung von Jumbo Frames bis zu 9.600 Bytes . Standardmäßige Ethernet-Frames haben eine MTU von 1.500 Bytes; durch Jumbo Frames lässt sich der Overhead bei der Übertragung großer Datenmengen – etwa im Speichernetzwerk (iSCSI), bei NFS-Mounts oder bei VM-Live-Migrations-Traffic – erheblich reduzieren. Voraussetzung ist ein Switch, der ebenfalls Jumbo Frames auf den entsprechenden Ports unterstützt. Das Protokoll-Fundament bildet TCP/IP in Verbindung mit den Data-Link-Protokollen Ethernet, Fast Ethernet und Gigabit Ethernet. Wake-on-LAN ( WOL ) wird ebenfalls unterstützt – relevant für Szenarien, in denen Server remote aufgeweckt werden sollen, beispielsweise in Energiespar-Setups oder bei Out-of-Band-Management-Konzepten. OCP-Formfaktor: Was bedeutet das für den Einbau? Der Begriff OCP (Open Compute Project) Mezzanine beschreibt einen standardisierten Erweiterungsformfaktor, der von der Open-Compute-Gemeinschaft definiert wurde und von mehreren Serverherstellern – darunter Lenovo – in ihren aktuellen 1U- und 2U-Plattformen eingesetzt wird. Im Unterschied zu einem klassischen PCIe-Steckkarte-Design wird der OCP-Adapter nicht in einen herkömmlichen PCIe-Slot gesteckt, sondern über einen dedizierten OCP-Mezzanine-Connector auf dem Mainboard verbunden. Elektrisch läuft die Verbindung über PCI Express, der physische Einbaupunkt ist jedoch ein separater Sockel mit eigenem Slotblech. Der praktische Vorteil dieses Formfaktors: Er verbraucht keinen der wertvollen PCIe-Slots im Server, die häufig für HBAs, GPU-Beschleuniger oder NVMe-Erweiterungskarten benötigt werden. Gleichzeitig liegt der Adapter bei Abmessungen von 11,5 cm Tiefe und 7,6 cm Höhe kompakt im Gehäuse und stört die Luftführung in dichten 1U-Systemen weniger als eine volle Erweiterungskarte. Wichtig für die Planung: Dieser Adapter ist ausschließlich in Servern mit kompatiblem OCP-Mezzanine-Slot nutzbar. Er lässt sich nicht in Standard-PCIe-Slots anderer Server oder Workstations einbauen. Die Systemkompatibilität ist daher zwingend zu prüfen – Lenovo hat hierfür eine detaillierte Kompatibilitätsliste definiert, die weiter unten aufgeführt ist. IEEE-Zertifizierungen: Welche Standards sind erfüllt? Der Adapter ist laut Hersteller gegen eine Reihe von IEEE-Standards zertifiziert, die im Unternehmenseinsatz relevant sind: IEEE 802.3z : Gigabit Ethernet über Glasfaser – als Standard-Referenz für die GbE-Grundspezifikation. IEEE 802.1Q : VLAN-Tagging. Für den Serverbetrieb essenziell, wenn mehrere virtuelle Maschinen oder Netzwerksegmente über einen physischen Port getrennt werden sollen. VMware ESXi, Hyper-V und KVM nutzen dieses Feature intensiv. IEEE 802.3x : Flow Control. Verhindert Paketverluste durch Überlastung, indem Sender bei Engpässen temporär gedrosselt werden. IEEE 802.1ad : QinQ / Double Tagging – ermöglicht das Verschachteln von VLAN-Tags, relevant in Provider-Netzwerken oder komplexen Multi-Tenant-Umgebungen. IEEE 802.3az : Energy Efficient Ethernet (EEE). Reduziert den Stromverbrauch der Ports in Phasen geringer Netzwerkauslastung – relevant für TCO-Überlegungen im Dauerbetrieb. Diese Zertifizierungen sind nicht nur Papier: Sie stellen sicher, dass der Adapter regelkonform in Netzwerkinfrastrukturen interagiert, die nach diesen Standards aufgebaut sind, und vermeiden inkompatibles Verhalten an Cisco-, Juniper- oder HPE-Switches. Regulatorische Zulassungen und Betriebsumgebung Für den weltweiten Einsatz bringt der Adapter eine umfangreiche Palette an regulatorischen Zulassungen mit. Für den europäischen Markt relevant sind die EN 60950 / IEC 950 (Gerätesicherheit), EN 55022 und EN 55024 (EMV-Emissionen und -Störfestigkeit) sowie EN 61000-3-2 und EN 61000-3-3 (Oberschwingungsströme und Spannungsschwankungen). Die RoHS -Konformität ist ebenfalls ausgewiesen, was für Beschaffungsprozesse im öffentlichen Sektor und bei Unternehmen mit Nachhaltigkeitsvorgaben relevant ist. Für den nordamerikanischen Markt sind FCC CFR47 Part 15 A, UL 1950 und CSA C22.2 950-95 gelistet. Asiatisch-pazifische Märkte werden durch VCCI (Japan), BSMI (Taiwan), RRL (Korea) und AS/NZS CISPR 22 (Australien/Neuseeland) sowie ICES-003 Issue 4 (Kanada) abgedeckt. Die spezifizierten Betriebstemperaturen von 10 °C bis 35 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 20–80 % (nicht kondensierend) entsprechen den typischen Betriebsbedingungen eines gekühlten Rechenzentrums oder Serverraums. Für den Einsatz in ungeregelten Industrieumgebungen mit extremeren Temperaturbedingungen ist zu prüfen, ob die Umgebung in diesem Bereich liegt. Kompatible Systeme: Für welche Server ist dieser Adapter entwickelt? Lenovo hat den Adapter für eine konkrete Liste von ThinkSystem- und ThinkAgile-Plattformen validiert. Die Kompatibilität ist durch Lenovo geprüft und umfasst folgende Systeme: ThinkSystem Rack-Server ThinkSystem SR630 V2 (7Z71) und SR630 V3 ThinkSystem SR650 V2 (7D15, 7Z73) und SR650 V3 ThinkSystem SR635 (7Y99) ThinkSystem SR645 (7D2X) ThinkSystem SR655 (7Z01) ThinkSystem SR665 (7D2V, 7D2W) ThinkSystem SR670 V2 (7Z23) ThinkSystem SR850 V2 (7D32) ThinkAgile VX-Appliances und Certified Nodes ThinkAgile VX2330 Appliance (7Z62) ThinkAgile VX3330 Appliance (7Z62) und VX3331 (7Z62) ThinkAgile VX3530-G Appliance (7Z63) und VX3575-G Integrated System (7D43) ThinkAgile VX5530 Appliance (7Z63) und VX5575 Integrated System (7D43) ThinkAgile VX7330-N Appliance (7Z62) ThinkAgile VX7530 Appliance (7Z63), VX7531 Certified Node (7Z63) ThinkAgile VX7575 Integrated System (7D43) und VX7576 Certified Node (7D43) Die Tatsache, dass dieser Adapter explizit für ThinkAgile VX-Systeme – Lenovos VMware vSAN-zertifizierte hyper-konvergente Appliances – qualifiziert ist, zeigt seine Eignung für hochverfügbare, virtualisierte Workloads. In VX-Umgebungen werden typischerweise mehrere Netzwerkpfade für VM-Traffic, vSAN-Speicherverkehr und Management-Traffic benötigt; vier Gigabit-Ports auf einer einzigen OCP-Karte bieten hier eine kompakte Ausgangsbasis für das Netzwerk-Design. Hinweis für Administratoren: Die Kompatibilitätsliste ist verbindlich. Lenovo-OCP-Adapter sind systemspezifisch validiert und sollten ausschließlich in den aufgeführten Plattformen betrieben werden, um Treiberkompatibilität, BIOS-Unterstützung und thermische Freigabe sicherzustellen. Für Systeme, die nicht in der Liste stehen, übernimmt Lenovo keine Funktionsgarantie. Typische Einsatzbereiche in der Praxis Virtuelle Infrastrukturen mit VMware ESXi oder Microsoft Hyper-V: Die vier Ports erlauben es, Traffic für VMs, vMotion/Live-Migration, Management und Storage auf getrennte vNICs aufzuteilen, ohne externe Adapter in PCIe-Slots zu benötigen. Die VLAN-Unterstützung nach IEEE 802.1Q ist Voraussetzung für jede ernsthafte VM-Netzwerkkonfiguration. ThinkAgile VX / hyper-konvergente Infrastrukturen: In VMware vSAN-Umgebungen auf ThinkAgile-Basis sind dedizierte Netzwerkpfade für vSAN-Traffic eine Architekturempfehlung von VMware. Die vier GbE-Ports auf einer OCP-Karte liefern die nötige Port-Anzahl, ohne den Hauptplatinen-PCIe-Ausbau zu belasten. Managementnetzwerke und Out-of-Band-Kommunikation: Einer der vier Ports kann dediziert für das Serverbetriebssystem-Management oder für Monitoring-Traffic reserviert werden – eine gängige Best Practice in Rechenzentren zur strikten Netztrennung. Energie-bewusster Dauerbetrieb: Durch die IEEE-802.3az-Unterstützung (Energy Efficient Ethernet) verringert der Adapter seinen Energiebedarf bei geringer Portauslastung automatisch – relevant für Betreiber, die TCO und Stromverbrauch im Rechenzentrum optimieren wollen. iSCSI- und NFS-Speicheranbindung: Die Jumbo-Frame-Unterstützung bis zu 9.600 Bytes ist für iSCSI- und NFS-basierte Speichernetzwerke wichtig, da sie die CPU-Last durch reduzierten Overhead senkt und den Durchsatz bei großen Datentransfers verbessert – vorausgesetzt, Switch und Storage-System unterstützen ebenfalls Jumbo Frames. Garantie Lenovo gewährt laut Hersteller eine begrenzte Garantie von 1 Jahr . Für unternehmenskritische Serverumgebungen empfiehlt sich die Prüfung, ob ein erweiterter Support-Vertrag über Lenovos ThinkSystem-Serviceportfolio sinnvoll ist. Garantiefragen sollten bei der Bestellung direkt geklärt werden; eine Garantieverlängerung ist über Lenovo XClarity bzw. entsprechende Support-Pakete möglich. Häufige Fragen zum Lenovo ThinkSystem Broadcom 5719 OCP Adapter Kann dieser Adapter in jeden Server eingebaut werden, der einen PCIe-Slot hat? Nein. Der Adapter nutzt den OCP Mezzanine-Formfaktor , nicht einen Standard-PCIe-Slot. Er ist ausschließlich in Lenovo-Servern nutzbar, die über einen kompatiblen OCP-Mezzanine-Connector verfügen. Eine vollständige Liste der unterstützten Systeme findet sich in der Kompatibilitätsliste oben. In anderen Servern – auch von Lenovo – ohne diesen spezifischen Connector kann der Adapter nicht betrieben werden. Welche Betriebssysteme und Hypervisoren werden unterstützt? Hierzu liegen uns keine expliziten Herstellerangaben in den Produktdaten vor. Generell ist der Broadcom BCM5719 für seine breite Treiberunterstützung unter Linux, Windows Server und VMware ESXi bekannt. Für verbindliche Aussagen zur Treiberkompatibilität mit spezifischen Betriebssystem-Versionen empfehlen wir die Prüfung im Lenovo ServerProven-Kompatibilitätskatalog und in der jeweiligen Lenovo-Support-Dokumentation für das eingesetzte Hostsystem. Unterstützt der Adapter VLAN-Tagging für virtualisierte Umgebungen? Ja. Der Adapter ist laut Hersteller nach IEEE 802.1Q (VLAN-Tagging) und IEEE 802.1ad (QinQ / Double Tagging) zertifiziert. VLAN-Tagging ist eine Grundvoraussetzung für den Betrieb in virtualisierten Umgebungen wie VMware vSphere oder Microsoft Hyper-V, wo mehrere virtuelle Netzwerke über einen physischen Port getrennt werden. Wie viel Bandbreite stehen insgesamt über alle vier Ports zur Verfügung? Jeder der vier RJ-45-Ports unterstützt bis zu 1 Gbps (Gigabit Ethernet). Bei gleichzeitiger, vollständiger Auslastung aller vier Ports ergibt sich eine theoretische aggregierte Bandbreite von 4 Gbps . In der Praxis hängt der tatsächliche Durchsatz von der Netzwerktopologie, dem angeschlossenen Switch und dem konfigurierten Link Aggregation / Bonding-Setup ab. Ist Jumbo-Frame-Unterstützung vorhanden, und warum ist das relevant? Ja, der Adapter unterstützt laut Hersteller Jumbo Frames bis zu 9.600 Bytes MTU. Im Vergleich zur Standard-MTU von 1.500 Bytes ermöglicht dies bei großen Datentransfers – etwa über iSCSI, NFS oder bei VM-Migrations-Traffic – eine Reduktion des Protokoll-Overheads und damit eine geringere CPU-Belastung sowie höheren Nettodurchsatz. Voraussetzung ist, dass auch der angeschlossene Switch und das Speichersystem Jumbo Frames auf den entsprechenden Ports aktiviert haben. Welche Garantie ist im Lieferumfang enthalten? Lenovo gewährt laut Hersteller eine begrenzte Garantie von 1 Jahr . 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