Vier Gigabit-Ports auf einem Slot: Der Lenovo ThinkSystem Broadcom NetXtreme PCIe Ethernet Adapter im Überblick Der Lenovo ThinkSystem Broadcom NetXtreme PCIe 1Gb 4-Port RJ45 Ethernet Adapter (Herstellernummer 7ZT7A00484) ist eine Low-Profile-Netzwerkkarte für den unternehmensweiten Servereinsatz, die auf dem bewährten Broadcom BCM5719 -Controller basiert und vier vollwertige Gigabit-Ethernet-Ports über einen einzelnen PCIe-2.0-x4-Steckplatz bereitstellt. Der Netzwerkadapter richtet sich an IT-Abteilungen und Rechenzentren, die Lenovo ThinkSystem- oder ThinkAgile-Server mit zusätzlicher oder redundanter Netzwerkanbindung ausstatten müssen, ohne dafür mehrere PCIe-Slots zu belegen. Zu den wesentlichen Stärken dieses PCIe-Netzwerkadapters zählen die breite Kompatibilitätsliste mit über 40 Lenovo ThinkSystem-Plattformen, der im Lieferumfang enthaltene Low-Profile- und Full-Height-Slot-Bügel sowie ein umfangreicher Feature-Satz mit iSCSI-Boot, PXE, TCP/UDP-Offload und Jumbo-Frame-Unterstützung bis 9.600 Byte — alles Eigenschaften, die in virtualisierten Umgebungen und Storage-Szenarien unmittelbar relevant sind. Controller-Architektur: Was der Broadcom BCM5719 leistet Der Broadcom BCM5719 ist ein etablierter Quad-Port-Gigabit-Ethernet-Controller, der seit Jahren in Enterprise-Servern eingesetzt wird und für seine Stabilität und Treiberunterstützung unter Linux-, Windows-Server- und VMware-Umgebungen bekannt ist. Broadcom gehört neben Intel zu den zwei dominierenden Anbietern im Enterprise-NIC-Segment, und die NetXtreme-Produktlinie ist explizit für den Servereinsatz konzipiert — im Gegensatz zu Consumer-NICs, die häufig bei hoher Last oder langen Betriebszeiten Stabilitätsprobleme zeigen. Die Integration aller vier Ports auf einem einzigen Chip hat einen entscheidenden praktischen Vorteil: Der PCIe-Bus muss nicht über mehrere Controller-Chips verwaltet werden, was die Latenz reduziert und die Treiberadministration vereinfacht. Für den Systemadministrator bedeutet das: ein Treiber, ein Verwaltungsobjekt, vier Ports. In VMware-Umgebungen etwa lassen sich alle vier Ports einer einzelnen vSwitch-Uplink-Gruppe oder einem Team zuweisen, ohne zwischen unterschiedlichen Treiberstapeln wechseln zu müssen. Die Anbindung an den Server erfolgt über PCIe 2.0 x4 , was eine theoretische Bandbreite von rund 16 Gbit/s in der Vollduplex-Übertragung bietet. Da die vier Ports zusammen maximal 4 × 1 Gbit/s = 4 Gbit/s bidirektional übertragen, ist die PCIe-Schnittstelle selbst niemals der Flaschenhals — ein wichtiger Designpunkt, der sicherstellt, dass alle vier Ports gleichzeitig unter Volllast betrieben werden können, ohne sich gegenseitig zu limitieren. Netzwerk-Features im Detail: Was diese Karte von einfachen Adaptern unterscheidet Ein einfacher Gigabit-Adapter überträgt Pakete — das war es. Der Broadcom NetXtreme BCM5719-basierte Adapter geht deutlich weiter und bietet eine Reihe von Features, die in professionellen Serverumgebungen nicht optional, sondern Standard sind: TCP/IP- und UDP/IP-Prüfsummen-Offload Die Berechnung von Prüfsummen für TCP- und UDP-Pakete ist eine CPU-intensive Aufgabe, die bei hohem Netzwerkdurchsatz spürbare Ressourcen bindet. Durch den Prüfsummen-Offload übernimmt der BCM5719-Controller diese Berechnung direkt auf der Karte. Das Ergebnis: Die Server-CPU wird entlastet und kann diese Kapazität für Applikations-Workloads nutzen — besonders relevant in datenbankgestützten Umgebungen oder bei NFS/SMB-Storage-Zugriff. Jumbo Frames bis 9.600 Byte Standard-Ethernet-Frames haben eine maximale Nutzdatengröße (MTU) von 1.500 Byte. Jumbo Frames mit bis zu 9.600 Byte Rahmengrößte ermöglichen es, deutlich größere Datenpakete in einem Übertragungsvorgang zu senden. Das reduziert den Overhead durch Paket-Header und Interrupt-Verarbeitung erheblich — ein messbarer Vorteil bei Backup-Transfers, Storage-Replikation über iSCSI oder bei NFS-Mounts in Virtualisierungsumgebungen. Voraussetzung: Das gesamte Netzwerkpfad (Switch, Gegenstelle) muss ebenfalls Jumbo Frames unterstützen und konfiguriert sein. iSCSI-Boot Die Unterstützung für iSCSI-Boot erlaubt es, Server ohne lokale Betriebssystem-Installation zu betreiben — das OS wird direkt von einem iSCSI-Target im Netzwerk gebootet. Das ist eine Schlüsselfunktion für diskless Server-Deployments und vereinfacht die Provisionierung in größeren Rechenzentren erheblich: Statt physische Festplatten zu verwalten, werden zentral iSCSI-LUNs gepflegt, und neue Server kommen durch einfache Zuweisung einer LUN in Betrieb. PXE-Unterstützung PXE (Preboot Execution Environment) ist der Standard für netzwerkbasiertes Booten und Deployment. Alle vier Ports des Adapters unterstützen PXE, was bedeutet: In einer Deployment-Umgebung mit Windows Deployment Services (WDS) oder einem Linux-PXE-Server kann der Server über das Netzwerk provisioniert werden, ohne dass ein USB-Stick oder eine lokale Boot-Partition notwendig ist. In Enterprise-Umgebungen mit Dutzenden oder Hunderten von Servern ist das kein Nice-to-have, sondern Grundvoraussetzung für skalierbare IT-Prozesse. Teaming und Flusskontrolle Team-Unterstützung (auch Link Aggregation oder NIC Teaming genannt) erlaubt es, mehrere der vier Ports zu einem logischen Interface zusammenzufassen. Je nach Teaming-Modus lässt sich damit entweder die Ausfallsicherheit erhöhen (Active-Passive-Failover) oder der Durchsatz vervielfachen (LACP/802.3ad). Kombiniert mit Flusskontrolle (IEEE 802.3x) , die Überlastsituationen durch Pause-Frames verhindert, entsteht eine stabile Netzwerkverbindung auch unter Spitzenlast. RSS und MSI-X Receive Side Scaling (RSS) verteilt eingehende Netzwerkpakete auf mehrere CPU-Kerne, anstatt die gesamte Interrupt-Last auf einem einzigen Kern zu bündeln. Das ist besonders in Mehrprozessor-Servern wichtig, wo der Netzwerk-Durchsatz sonst durch einen einzelnen CPU-Kern limitiert würde. MSI-X (Message Signaled Interrupts Extended) ergänzt RSS, indem es mehrere unabhängige Interrupt-Vektoren pro Port ermöglicht — das reduziert Interrupt-Kollisionen und verbessert die Latenz unter Last. IEEE 802.1Q VLAN-Unterstützung Die Zertifizierung nach IEEE 802.1Q bestätigt die Unterstützung für VLAN-Tagging auf Hardware-Ebene. In segmentierten Netzwerkumgebungen — etwa mit getrennten Management-, Storage- und Produktionsnetzwerken — können über einen einzigen physischen Port mehrere logische Netzwerke betrieben werden. Das ermöglicht durchdachte Netzwerksegmentierung ohne zusätzliche physische Adapter. Formfaktor und mechanische Integration Der Adapter ist als Low-Profile-Plug-in-Karte ausgeführt und misst laut Hersteller 1,9 cm × 13,2 cm × 6,9 cm (B × T × H). Low-Profile-Karten sind für Server mit eingeschränktem Bauhöhenprofil konzipiert — typischerweise 1-HE-Rack-Server, in denen Full-Height-Karten schlicht nicht passen. Besonders praktisch: Im Lieferumfang sind sowohl ein Low-Profile-Slotblech als auch ein Full-Height-Slotblech enthalten. Das bedeutet, die Karte kann ohne zusätzliche Beschaffung sowohl in kompakten 1-HE-Servern (SR630, SR650, SR250) als auch in Tower-Servern (ST250, ST550, ST650) eingesetzt werden. Viele Mitbewerber liefern nur einen Bügel mit — wer dann die falsche Variante bestellt hat, steht vor einem unnötigen Bestellprozess. Lenovo umgeht dieses Problem durch den beiliegenden Doppelsatz. Die Betriebstemperatur ist laut Hersteller auf 0 °C bis 55 °C spezifiziert, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 20–80 % (nicht kondensierend). Diese Werte entsprechen typischen Rechenzentrumsanforderungen und sind für reguläre klimatisierte Serverräume problemlos einzuhalten. Kompatibilität: Für welche Lenovo ThinkSystem-Server ist dieser Adapter gedacht? Der Adapter ist explizit für eine umfangreiche Liste von Lenovo ThinkSystem- und ThinkAgile-Plattformen qualifiziert. Das ist mehr als ein marketingsprachlicher Hinweis — Lenovo validiert Adapter für spezifische Serversysteme, um Treiber-Kompatibilität, BIOS-Unterstützung und thermische Verträglichkeit sicherzustellen. Ein nicht-qualifizierter Adapter kann zwar möglicherweise funktionieren, aber ohne diese Validierung gibt es keine Herstellergarantie auf reibungslosen Betrieb. Zu den kompatiblen Systemen zählen laut Hersteller unter anderem: ThinkSystem SR250 / SR250 V2 — kompakte 1-HE-Entry-Server für kleine Unternehmen und Edge-Deployments ThinkSystem SR530, SR550, SR570, SR590 — die SR500-Generation für Standard-Workloads im Mittelstand ThinkSystem SR630 / SR630 V2 / SR630 V3 — hochdichte 1-HE-Dual-Socket-Server, häufig in virtualisierten Umgebungen eingesetzt ThinkSystem SR650 / SR650 V2 / SR650 V3 — 2-HE-Flaggschiff für anspruchsvolle Unternehmens-Workloads ThinkSystem SR645, SR665 — AMD-EPYC-basierte Server für HPC und speicherintensive Workloads ThinkSystem SR850, SR950 — 4-Socket-Server für unternehmenskritische Anwendungen ThinkSystem ST250 / ST250 V2, ST50 / ST50 V2 / ST50 V3, ST550, ST650 V2 — Tower-Server für Büros und Niederlassungen ohne Rack-Infrastruktur ThinkSystem SE350 — Edge-Server für Einsatzorte außerhalb des Rechenzentrums ThinkAgile VX-Appliances und Certified Nodes — hyperkonvergente Infrastrukturplattformen auf VMware vSAN-Basis Diese Bandbreite von Entry-Tower-Servern (ST50) bis hin zu 4-Socket-Enterprise-Systemen (SR950) und hyperkonvergenten Nodes (ThinkAgile VX) zeigt, wie universell einsetzbar dieser Adapter innerhalb des Lenovo ThinkSystem-Ökosystems ist. IT-Abteilungen, die einen heterogenen Server-Park mit verschiedenen ThinkSystem-Modellen betreiben, können diesen Adapter als standardisierten Netzwerkbaustein für mehrere Plattformen einsetzen. Typische Einsatzbereiche Die Spezifikationen dieses PCIe-Netzwerkadapters machen ihn für konkrete, gut definierte Anwendungsszenarien geeignet. Im Folgenden werden ausschließlich Einsatzbereiche genannt, die durch die vorhandenen technischen Merkmale belegt sind: Netzwerkerweiterung für Rack- und Tower-Server: Der naheliegendste Anwendungsfall. Server mit werksseitig nur zwei integrierten LAN-Ports erhalten durch diesen Adapter vier zusätzliche Gigabit-Ports — insgesamt also sechs physische Netzwerkschnittstellen auf einem System. Das ermöglicht gleichzeitige Anbindung an Management-Netz, Produktionsnetz, Storage-Netz und Backup-Netz, ohne PCIe-Slots mit mehreren Einzeladaptern zu belegen. iSCSI-Storage-Anbindung: Die native iSCSI-Boot-Fähigkeit und der Jumbo-Frame-Support bis 9.600 Byte machen diesen Adapter zu einer soliden Wahl für die Anbindung an iSCSI-SANs. Ob NetApp, Pure Storage oder einfache Linux-iSCSI-Targets — der Adapter bringt die dafür nötige Hardware-Unterstützung mit, ohne dass zusätzliche HBA-Karten notwendig sind. Virtualisierungsumgebungen (VMware vSphere, Hyper-V, KVM): RSS und MSI-X sind in virtualisierten Umgebungen keine Luxusfeatures, sondern Grundvoraussetzungen für guten Netzwerk-Durchsatz. Durch die Verteilung der Netzwerklast auf mehrere CPU-Kerne via RSS lässt sich der Engpass eines einzelnen CPU-Kerns vermeiden. In VMware-Umgebungen können alle vier Ports einem vSwitch-Team zugewiesen werden, was sowohl Redundanz als auch Durchsatz verbessert. Die ThinkAgile VX-Kompatibilität unterstreicht, dass Lenovo diesen Adapter explizit für VMware vSAN-Workloads qualifiziert hat. Netzwerk-Segmentierung und VLAN-Betrieb: Dank IEEE 802.1Q kann jeder der vier Ports VLAN-Tags verarbeiten. In Umgebungen mit getrennten Netzwerksegmenten (z. B. DMZ, interne Infrastruktur, Management-VLAN) lässt sich die gewünschte Trennung ohne zusätzliche physische Karten realisieren. Netzwerk-Booten und automatisiertes Deployment: PXE-Unterstützung auf allen vier Ports ermöglicht die Integration in Deployment-Infrastrukturen mit WDS, Foreman, Cobbler oder ähnlichen Tools. Besonders in Umgebungen mit häufiger Neuinstallation oder Provisionierung von Servern — etwa in Managed-Service-Provider-Rechenzentren — ist das ein relevantes Feature. Hochverfügbarkeits-Setup mit Link-Aggregation: Durch NIC-Teaming können zwei oder vier der Ports zu einem ausfallsicheren Verbund zusammengeschlossen werden. Im Active-Passive-Modus übernimmt bei einem Link-Ausfall automatisch der Standby-Port — ohne Unterbrechung für laufende Verbindungen. Im LACP-Modus (IEEE 802.3ad) lässt sich der Netzwerkdurchsatz bei entsprechend konfigurierten Switches vervielfachen. Häufige Fragen Ist dieser Adapter mit nicht-Lenovo-Servern kompatibel? Laut Hersteller ist der Adapter 7ZT7A00484 explizit für Lenovo ThinkSystem- und ThinkAgile-Plattformen qualifiziert und getestet. Da der zugrundeliegende Broadcom-BCM5719-Controller ein weit verbreiteter Chip ist, für den Treiber unter Linux (tg3), Windows Server und VMware ESXi allgemein verfügbar sind, ist ein Betrieb in anderen PCIe-2.0-x4-kompatiblen Systemen technisch denkbar. Lenovo übernimmt jedoch für nicht in der Kompatibilitätsliste aufgeführte Systeme keine Unterstützung. Für den garantiert unterstützten Betrieb empfehlen wir ausschließlich die gelisteten Lenovo ThinkSystem-Plattformen. Welche Slotblenden sind im Lieferumfang enthalten? Laut Hersteller enthält der Lieferumfang sowohl ein Low-Profile-Slotblech als auch eine Full-Height-Halterung . Der Adapter kann damit ohne Zubehörkauf sowohl in Low-Profile-Steckplätzen (typisch für 1-HE-Rack-Server wie SR630, SR650, SR250) als auch in Full-Height-Slots (typisch für Tower-Server wie ST250, ST550, ST650) eingebaut werden. Unterstützt der Adapter 10-Gigabit-Ethernet? Nein. Der Broadcom BCM5719-Controller und dieser Adapter sind auf 1-Gigabit-Ethernet (1GbE) ausgelegt. Die maximale Übertragungsrate beträgt 1.000 Mbit/s pro Port. Für 10GbE-Anbindungen bietet Lenovo separate ThinkSystem-Adapter auf Basis anderer Controller an. Dieser Adapter (7ZT7A00484) ist ausschließlich für Gigabit-Umgebungen konzipiert. Kann ich mehrere dieser Adapter in einem Server kombinieren? Grundsätzlich ja, sofern der Server über genügend freie PCIe-Steckplätze verfügt und die jeweiligen Slots die PCIe-2.0-x4-Spezifikation erfüllen. Mit zwei Adaptern stünden etwa acht Gigabit-Ports zur Verfügung. Ob das in der konkreten Serverkonfiguration sinnvoll und vom System-BIOS unterstützt wird, sollte anhand der Dokumentation des jeweiligen ThinkSystem-Servers geprüft werden. Wir empfehlen, Lenovo-kompatible Konfigurationen über den Lenovo ServerProven-Kompatibilitätsnachweis zu verifizieren. Werden Jumbo Frames unterstützt, und wie groß ist die maximale Frame-Größe? Ja. Der Adapter unterstützt Jumbo Frames mit einer maximalen Rahmengröße von 9.600 Byte . Um Jumbo Frames nutzen zu können, müssen alle beteiligten Netzwerkkomponenten — also Switch-Ports, Netzwerksegmente und die Gegenstelle — ebenfalls für Jumbo Frames konfiguriert sein. Im gemischten Betrieb mit Standardframes (MTU 1.500) sind keine Änderungen notwendig. Wie lange ist die Herstellergarantie? Lenovo gewährt auf diesen Adapter laut Hersteller eine begrenzte Garantie von 1 Jahr . 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