Odoo 19 → Odoo 20: Was sich beim Versionswechsel ändert und was bleibt
Was kommt mit Odoo 20, wann ist der richtige Zeitpunkt für die Umstellung, und welche Anpassungen kann man mitnehmen? Eine Bestandsaufnahme für bestehende Odoo-Nutzer.

Versionswechsel - die Sorge vieler Betriebe
Wer schon einmal ein größeres Programm-Update mitgemacht hat, kennt die Bauchschmerzen: Funktioniert danach noch alles? Sind die eigenen Anpassungen weg? Müssen wir die Mitarbeitenden neu schulen? Wieviel Stillstand bedeutet das?
Bei Odoo erscheint jedes Jahr im Oktober eine neue Hauptversion. Mit Odoo 20 steht der nächste Wechsel an. Wir bekommen seit Wochen Fragen dazu von bestehenden Kunden - die häufigsten Antworten haben wir in diesem Beitrag gesammelt.
Was kommt mit Odoo 20?
Stand heute (basierend auf den Vorab-Versionen) sind folgende Punkte besonders relevant:
Eingebaute Assistenten
In Vertrieb, Kundendienst und Bestellwesen kommen Vorschlags-Funktionen direkt aus dem System. Beispiele: Antwort-Vorschläge auf häufige Kundenanfragen im Helpdesk, Lead-Vorqualifizierung im CRM, automatische Lieferanten-Empfehlungen beim Bestellen. Vieles davon wird ohne externe Tools direkt aus Odoo heraus verfügbar sein.
Einfacherer Ablauf-Editor
Workflow-Regeln, die in Odoo 19 noch häufig ein eigenes Modul nötig hatten, lassen sich in 20 über eine erweiterte Studio-Oberfläche bauen. Beispiel: „Wenn der Verkaufsauftrag eine Marge unter 10 % hat, automatisch eine Freigabe-Anforderung erzeugen" - in 19 oft eine kleine Code-Anpassung, in 20 eine reine Klick-Konfiguration.
Spürbar schnelleres Arbeiten
Die Such- und Listenansichten reagieren bei großen Datenmengen schneller. Dashboards laden flüssiger. Für Betriebe mit größeren Stammdaten (mehr als 50.000 Artikel oder 10.000 Kontakte) macht sich der Unterschied im Tagesgeschäft bemerkbar.
Mehr Funktionen ohne Zusatzaufwand
Einige Bausteine, die wir bisher als individuelle Anpassung umgesetzt haben, sind in Odoo 20 bereits Standard:
- Erweiterte Audit-Protokollierung mit Altwert/Neuwert
- Zertifikats-Ablauf-Erinnerungen (Lieferanten- und Mitarbeitenden-Dokumente)
- Erweiterte Aktivitäten-Pläne mit verzweigten Workflows
Das heißt: Wer diese Anpassungen in 19 noch selbst gebaut hat, kann sie in 20 entweder weiterverwenden oder gegen den Standard tauschen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Umstellung?
Odoo pflegt die letzten drei Hauptversionen mit Sicherheits-Updates weiter. Das heißt, niemand muss sofort umstellen.
Unsere Empfehlung für laufende Systeme:
- Direkt nach Release: Nur für Pilotbetriebe und Test-Umgebungen sinnvoll
- 2–4 Monate nach Release: Der „Sweet Spot" - die größten Anlauf-Korrekturen sind durch, die Stabilität ist gut, eigene Anpassungen sind getestet
- 6 Monate nach Release: Spätestens dann sollte die produktive Umstellung geplant sein, damit ihr nicht zu lange auf einer alten Version sitzt
Für Neueinführungen gehen wir direkt auf die aktuelle Version - kein Sinn, mit einer auslaufenden Version zu starten.
Was passiert mit den eigenen Anpassungen?
Die häufigste Sorge bei Bestandskunden. Hier die Erfahrungswerte aus unseren bisherigen 18→19-Migrationen:
| Anpassungs-Typ | Verhalten beim Versionswechsel |
|---|---|
| Studio-Felder (ergänzte Felder) | Werden mitgenommen, unverändert |
| Workflow-Regeln (ohne Programmierung) | Werden mitgenommen, unverändert |
| Preislisten-Konfigurationen | Werden mitgenommen, unverändert |
| Eigene Python-Module | Müssen gegen die neue Version geprüft werden, meist kleine Anpassungen nötig |
| Externe Schnittstellen | Müssen gegen die neue Programmschnittstelle getestet werden |
In den meisten Projekten liegen die Anpassungskosten für eigene Module bei unter 10 % der ursprünglichen Entwicklungskosten - der Großteil läuft ohne Eingriff weiter.
Wie lange dauert die Umstellung?
Standard-Migration ohne eigene Module:
- Bestandsaufnahme: 2–3 Tage
- Test-Umstellung auf einer Kopie: 1–2 Wochen
- Abnahme durch Schlüssel-Anwender: 1–2 Wochen
- Eigentliche Umstellung: ein Wochenende, dabei 1–3 Stunden Schreib-Sperre
Mit eigenen Bausteinen oder eigenem Webshop ist die Spanne entsprechend größer - typischerweise 6 bis 12 Wochen vom Start bis zum produktiven Betrieb auf Odoo 20.
Was passiert in der Übergangs-Zeit?
Während der Test-Umstellung läuft eure produktive 19er-Datenbank ganz normal weiter. Mitarbeitende arbeiten im gewohnten System, ihr nehmt parallel Bestellungen und Rechnungen entgegen. Nur die Schlüssel-Anwender, die die Test-Umstellung mit prüfen, kommen zusätzlich in Berührung mit der neuen Version.
Am Cut-Over-Wochenende wechseln wir um - am Montag früh seid ihr produktiv auf Odoo 20. Die alte 19er-Datenbank bleibt 30 Tage als Sicherheitsnetz erreichbar, falls etwas nachgeschlagen werden muss.
Was kostet der Versionswechsel?
Für eine Standard-Umstellung ohne eigene Bausteine liegt der Aufwand erfahrungsgemäß zwischen 2.500 und 6.000 Euro. Mit eigenen Anpassungen oder Webshop reicht die Spanne bis ca. 18.000 Euro. Den genauen Preis nennen wir nach der Bestandsaufnahme - vorher ist jede Zahl eine grobe Schätzung.
Weiterführend
Auf Odoo 20 - Umstellung und Einführung findest du den vollständigen Plan für die Umstellung, die wichtigsten Neuerungen und unsere getesteten Bausteine. Falls dein Betrieb noch nicht auf Odoo läuft, ist die ältere Seite Odoo 19 - Einführung und Beratung der bessere Einstieg.
Für ein persönliches Gespräch zum Umstellungs-Plan melde dich bei uns - wir schauen uns euer System gemeinsam an und entwerfen einen passenden Zeitplan.
Fragen zu diesem Thema?
Wir beraten dich gerne – kostenlos und unverbindlich. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir dein Unternehmen schützen können.
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